Das Mädchen aus der Seine.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Mädchenkörper aus der Seine in Paris geborgen. Es gab keine Anzeichen von Gewalt und es wurde deshalb angenommen, dass sie Selbstmord begangen hatte.

Weil man ihre Identität nicht feststellen konnte, wurde eine Totenmaske angefertigt, wie es derzeit in solchen Fällen üblich war. Die zarte Schönheit dieser Maske und das geheimnisvolle Lächeln vergrößerten das Rätsel um ihren Tod. Geheimnisvolle Erzählungen, die über dieses Mysterium spekulierten, wurden veröffentlicht. Laut einer Erzählung war ihr Tod das Resultat einer unerwiderten Romanze. Diese Geschichte wurde in ganz Europa bekannt, während man Reproduktionen ihrer Totenmaske gemacht hatte.

Generationen später, als Asmund S. Laerdal begonnen hat, eine realistische und effiziente Hilfe für Mund-zu-Mund-Wiederbelebung zu entwickeln, wurde das Mädchen aus der Seine wiederentdeckt. Er war davon überzeugt, dass eine lebensgroße und sehr realistisch dargestellte Übungspuppe die Erste-Hilfe-Teilnehmer mehr motivieren wird, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu erlernen. Ergriffen von der Geschichte über das Mädchen, das so tragisch einen frühen Tod erlitt, gestaltete er seine neue Wiederbelebungspuppe Resusci Anne nach ihrer Maske.

Resusci Anne feierte im Jahr 1999 ihren 40. Geburtstag. Inspiriert von dem Mädchen aus der Seine, ist die Resusci Anne ein Symbol für das Leben von Millionen Menschen auf der Welt geworden. Ein Symbol für Menschen, die die lebenserhaltende Technik der modernen Wiederbelebung gelernt haben und für Patienten, deren Leben durch die neuen Ausbildungsmöglichkeiten gerettet werden konnten.