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3 Tipps zur Nutzung von Simulationen zur Kompetenzentwicklung und -bewertung bei EMS-Anbietern

EMS training in action viewed from app on tablet.

Egal, ob Sie Studierende auf ihre erste Patientenbegegnung vorbereiten oder erfahrene Einsatzkräfte dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten zu vertiefen – eines bleibt konstant: Kompetenz entsteht nicht allein durch Vorlesungen. Sie wird durch praxisnahe, realistische und datenbasierte Übungen erworben – und genau hier spielt Simulation ihre Stärken aus.

Simulation bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Komplexität, Unvorhersehbarkeit und emotionale Intensität der präklinischen Versorgung realitätsnah abzubilden. Sie fördert nicht nur psychomotorische Fähigkeiten, sondern entwickelt auch Urteilsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Selbstvertrauen – alles entscheidend für sicheres Handeln unter Druck.

Noch wichtiger ist, dass Simulation eine strukturierte Umgebung für die Kompetenzbewertung schafft: Lehrende können Leistungen objektiv beurteilen, gezieltes Feedback geben und Kompetenzen über einen längeren Zeitraum hinweg verlässlich überprüfen.

In diesem Artikel stellen wir drei wirkungsvolle Ansätze vor, wie Sie Simulationen nutzen können, um zentrale Kompetenzen – von Soft Skills über CPR bis hin zu außerklinischen Geburten – in Ihrem präklinischen Ausbildungsprogramm aufzubauen und zu bewerten.

Live EMS-Simulationstraining auf Tablet-App

1. Entwickeln Sie Soft Skills, indem Sie Komplexität simulieren — nicht nur Abläufe. 

Soft Skills wie Kommunikation, Teamarbeit, Resilienz, Anpassungsfähigkeit und klinisches Entscheidungsvermögen gehören zu den am schwierigsten vermittelbaren Kompetenzen. Gleichzeitig sind sie oft der entscheidende Unterschied zwischen einem guten und einem exzellenten EMS‑Anbieter.

Diese Fähigkeiten werden besonders dann relevant, wenn Einsatzkräfte mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert sind: einem aggressiven Patienten, defekter Ausrüstung oder begrenzten Ressourcen am Einsatzort. Sie prägen außerdem, wie Einsatzkräfte mit Patienten und Angehörigen kommunizieren, die Versorgung mit Partnern koordinieren und unter Stress Entscheidungen treffen.

So vermitteln und bewerten Sie Soft Skills mit Simulationen:

  • Stressoren und Einschränkungen integrieren: Gehen Sie über einfache Standardszenarien hinaus. Ergänzen Sie Faktoren wie verspätete Unterstützung, fehlende Materialien oder widersprüchliche Informationen von Umstehenden, um Anpassungsfähigkeit und Entscheidungsfindung gezielt zu prüfen.
  • Fokus auf Teamarbeit und Kommunikation: Binden Sie mehrere Lernende in die Szenarien ein, um zu bewerten, wie Informationen weitergegeben, Aufgaben delegiert und Entscheidungen unter Druck gemeinsam getroffen werden. Nutzen Sie Prinzipien des Crew Resource Management (CRM) wie klare Kommunikation, Situationsbewusstsein und koordinierte Entscheidungsfindung, um Teamleistung und Sicherheit in stressigen Situationen zu optimieren.
  • Eine realistische Umgebung schaffen: Das Training in realen Arbeitsumgebungen – sei es in einem unaufgeräumten Wohnzimmer, einem engen Badezimmer oder am hektischen Straßenrand – zwingt die Teilnehmenden, klar zu kommunizieren, als Team zu agieren und Entscheidungen unter realitätsnahen Bedingungen anzupassen.
  • Den affektiven Bereich beobachten und debriefen: Setzen Sie strukturierte Beobachtungsinstrumente und moderiertes Debriefing ein, um emotionale Intelligenz, Empathie und Resilienz zu bewerten.

 

Bewertungstipp: Ein High-Fidelity-Manikin wie SimMan® ALS ermöglicht die Erstellung komplexer, dynamischer Szenarien, die Entscheidungsfähigkeit und Anpassungsvermögen der Lernenden herausfordern – von einer plötzlichen Zustandsverschlechterung des Patienten bis hin zu unerwarteten Geräteausfällen.

Die Aufzeichnung der Szenarien mit einem Simulations-Videoaufzeichnungssystem erlaubt es den Lernenden, ihre eigene Leistung zu analysieren, Kommunikations- und Teamverhalten zu reflektieren und nachzuvollziehen, wie sich ihre Entscheidungen in Echtzeit ausgewirkt haben. Gleichzeitig liefern die Leistungsdaten eine objektive Grundlage zur Bewertung von Soft Skills und zur Nachverfolgung der Kompetenzentwicklung über die Zeit.

 

“Gerade im affektiven Bereich hören wir oft, dass Studierende ihre eigene Körpersprache noch nie bewusst betrachtet haben. Sie glauben, höflich zu sein und eine gute Beziehung aufzubauen – und sehen dann in den Videos etwas ganz anderes. Ein Studierender sagte einmal: ‚Ich wusste gar nicht, wie wütend ich wirke, wenn ich mit einem Patienten spreche.’”  

- Ed Biebel

Clinical Simulation Manager, Rowan College at Burlington County

Ed Biebel Circle

 


Weiterführende Lektüre: Preparing Paramedic Students with Video-Assisted Debriefing at Rowan College 

EMS worker performing CPR simulation training on manikin

2. Aufbau und Überprüfung der Reanimationskompetenz durch Simulation mit niedriger Dosis und hoher Frequenz 

HLW gehört zu den grundlegendsten – und zugleich am schnellsten verlernbaren – Fähigkeiten im Rettungsdienst. Auch wenn viele Einsatzkräfte Thoraxkompressionen und Beatmung während der Zertifizierung zunächst sicher beherrschen, lässt die Kompetenz ohne regelmäßiges, gezieltes Üben häufig nach.

Klassische Auffrischungstrainings, die meist nur ein‑ bis zweimal pro Jahr stattfinden, reichen nicht aus, um eine dauerhaft hohe Qualität sicherzustellen. Studien zeigen, dass Low‑Dose‑High‑Frequency‑Training – also kürzere, dafür häufigere Übungseinheiten – deutlich wirksamer für den Erhalt und die Leistungsfähigkeit von Fertigkeiten ist.

So vermitteln und bewerten Sie HLW mit Simulationen:

  • HLW‑Auffrischungen in das regelmäßige Training integrieren: Statt jährlicher Fertigkeitsüberprüfungen sollten kurze, fokussierte Übungseinheiten fest eingeplant werden.
  • Objektives Leistungsfeedback nutzen: Lernende benötigen unmittelbares, datenbasiertes Feedback zu Kompressionstiefe, -frequenz, vollständiger Entlastung und Beatmungsqualität.
  • Leistung überwachen: Standardisierte Kennzahlen helfen dabei, Kompetenzen zu bewerten und Verbesserungen über die Zeit hinweg nachzuverfolgen.

 

Bewertungstipp: Hochwertige HLW‑Simulationslösungen liefern Echtzeit‑Feedback und Leistungsdaten, die gespeichert, analysiert und genutzt werden können, um Kompetenzen sowohl bei der Erstzertifizierung als auch in der kontinuierlichen Fortbildung zu überprüfen.

Programme wie Resuscitation Quality Improvement® (RQI®) und HeartCode® Complete bieten szenariobasiertes HLW‑Training in Kombination mit objektivem Leistungsfeedback. Diese Plattformen erfassen und dokumentieren die Leistung der Lernenden kontinuierlich – und helfen dabei sicherzustellen, dass Einsatzkräfte evidenzbasierte Qualitätsstandards für HLW erfüllen.

Darüber hinaus übernehmen die Plattformen die Verwaltung der Zertifizierungen und Rezertifizierungen bei der American Heart Association (AHA).

 

„RQI hat es uns ermöglicht, qualitativ hochwertiges HLW‑Training flexibel, kosteneffizient und wiederholbar umzusetzen. Durch diesen innovativen Lernansatz vermitteln wir unseren Mitgliedern modernes Wissen und eine nachhaltige Festigung ihrer Fähigkeiten. In der Folge konnten wir unsere Fähigkeit, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern dauerhaft hochwertige HLW durchzuführen, deutlich verbessern.“  

- Feuerwehrmann Robert Kelley,

EMS Training Specialist and AHA Training Center Coordinator, Columbus Division of Fire


Weiterführende Informationen: Advancing CPR Training with RQI® at Columbus Division of Fire

Rettungsdienstmitarbeiter in einem Simulationstraining beim Transport einer Übungspuppe

3.Sicherstellen der Einsatzbereitschaft für außerklinische Geburten 

Kaum eine Situation stellt die Ruhe und klinischen Fähigkeiten präklinischer Einsatzkräfte so sehr auf die Probe wie eine unerwartete außerklinische Geburt. Solche Einsätze erfordern eine schnelle Einschätzung der Lage, klare Kommunikation und eine sichere Durchführung von Maßnahmen, die viele Einsatzkräfte nur selten trainieren können.

Simulation bietet eine sichere Möglichkeit, Lernende auf das gesamte Spektrum geburtshilflicher Notfälle vorzubereiten – von unkomplizierten Entbindungen bis hin zu Schulterdystokie und postpartalen Blutungen.

So vermitteln und bewerten Sie geburtshilfliche Kompetenz mit Simulationen:

  • Realistische Hochrisikoszenarien einsetzen: Bilden Sie die Dringlichkeit und Unvorhersehbarkeit außerklinischer Geburten realitätsnah ab – einschließlich stressauslösender Faktoren wie panischen Angehörigen, unmittelbar bevorstehenden Geburten im häuslichen Umfeld oder Transportverzögerungen.
  • Fokus auf Kommunikation und Teamarbeit: Bewerten Sie, wie Lernende mit Patientinnen und deren Begleitpersonen kommunizieren, mit Partnern zusammenarbeiten und sich auf mögliche Komplikationen vorbereiten.
  • Nachgeburtliche Versorgung integrieren: Beziehen Sie das Management postpartaler Blutungen sowie Aspekte des sicheren Transports ein, um eine ganzheitliche Versorgung zu beurteilen.

 

Bewertungstipp: Dokumentieren Sie beim Training geburtshilflicher Notfälle nicht nur die praktische Durchführung, sondern auch Entscheidungsfindung und Kommunikation unter Stress. Nutzen Sie ein strukturiertes Debriefing, um Lernerfolge zu festigen und die Leistung gezielt zu verbessern.

Ein Mutter- und Geburtssimulator ermöglicht praxisnahes Training realistischer außerklinischer Geburtsszenarien – einschließlich Komplikationen, die schnelles klinisches Denken und effektive Teamarbeit erfordern. In Kombination mit einem Simulationsmanagementsystem wie SimCapture™ for EMS können Szenarien aufgezeichnet, Teamdynamiken analysiert und detailliertes Feedback gegeben werden, das den Kompetenzerwerb beschleunigt und die zukünftige Performance verbessert.

Für Programme, die eine kosteneffizientere Trainingslösung suchen, bietet MamaBirthie praxisnahes Training grundlegender Geburtsmanöver bei gleichzeitiger Wahrung einer respektvollen maternalen Versorgung.

Kontaktieren Sie uns, um Lösungen zur Sicherstellung der Kompetenz im Rettungsdienst zu besprechen.

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Wir behandeln Ihre persönlichen Kontaktdaten mit Sorgfalt, wie in der Datenschutzrichtlinie von Laerdal beschrieben.

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