4 Fragen, mit denen Sie die Wirksamkeit Ihres CPR-Trainings überprüfen können
Anwendung des Kirkpatrick-Modells auf Ihr CPR-Schulungsprogramm
Es ist eine grundlegende Herausforderung in jeder Form der Ausbildung, die Lernenden zu engagieren – besonders, wenn es sich um Anfänger handelt oder um Teilnehmer, die ihre Kenntnisse auffrischen. Wenn Sie CPR-Ausbilder sind, haben Sie wahrscheinlich selbst schon erlebt, wie schwierig es sein kann, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten – insbesondere bei der Schulung von Laien.
Laien, die zum ersten Mal CPR lernen, sind oft überrascht vom strukturierten Trainingsablauf, der notwendig ist, um eine klinische Fertigkeit zu vermitteln. Sie sind auf den theoretischen Unterricht häufig nicht vorbereitet und erwarten stattdessen, direkt mit dem Üben von Kompressionen an einem Manikin zu beginnen. Die Herausforderung für viele Ausbilder besteht darin, dass Teilnehmer bei dieser strukturierten Vorgehensweise das Interesse verlieren können. Sie konzentrieren sich dann vor allem darauf, den Test zu bestehen. Doch werden sie danach auch sicher handeln können? Und wie werden sie in der Praxis reagieren?
Eines der bewährtesten Modelle zur Messung der Wirksamkeit von Trainings ist das Kirkpatrick-Modell. Es wird seit Jahrzehnten von Ausbildern eingesetzt und hilft dabei, gezielt Ansatzpunkte für mehr Engagement zu identifizieren – anhand von vier einfachen, aber wirkungsvollen Fragen.
Im Folgenden zeigen wir, wie Sie dieses Modell in Ihrem Training anwenden und in jeder Schulung für mehr Engagement sorgen können.
1. Wie reagieren Ihre Lernenden auf Ihr CPR-Training?
Nach dem Kirkpatrick-Modell ist es wichtig, die Reaktion jedes Teilnehmers auf die Inhalte zu erfassen, um besser zu verstehen, was sie benötigen, um aktiv im Lernprozess zu bleiben.1 Wo bietet Ihr vorgegebener Lehrplan Möglichkeiten, das Training interessanter, praxisnäher und anspruchsvoller zu gestalten?
Um die Lernenden stärker einzubinden, können Sie beispielsweise Spiele mit Anreizen integrieren. Gamification – also die Anwendung spieltypischer Elemente im Lernkontext – hat sich als effektive Methode etabliert, um die Motivation zur aktiven Teilnahme zu steigern.2
Zu den nachgewiesenen Vorteilen zählen::
- Ein stärkeres Verantwortungsgefühl für den eigenen Lernprozess
- Mehr Spaß im Unterricht
- Ein transparenteres Nachverfolgen des Lernfortschritts.3
Studien zeigen, dass selbst Ärzte zunehmend auf Online-Video-„Spiele“ als Lernmittel zurückgreifen, da sich notwendige Inhalte damit schneller vermitteln lassen und ein Wettbewerb mit Kollegen möglich ist.4 Der Einsatz von Gamification im Gesundheitswesen verdeutlicht, dass sich dieses Konzept auch für das Erlernen lebensrettender Maßnahmen eignet – und CPR-Training bildet hier keine Ausnahme.
Ein freundschaftlicher Wettbewerb kann im Unterricht viel bewirken; moderne CPR-Feedback-Technologien unterstützen diese Form des Lernens auf natürliche Weise.

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2. Wie messen Sie, was Ihre Lernenden gelernt haben – und was nicht?
Nachdem das Engagement der Lernenden betrachtet wurde, empfiehlt das Kirkpatrick-Modell, den Fokus darauf zu legen, wie viel tatsächlich gelernt wurde. Verlassen Ihre Teilnehmer den Kurs mit dem Wissen, wann und wie effektive CPR durchgeführt wird? Um diese Frage fundiert zu beantworten, kann es erforderlich sein, die Qualität der CPR-Leistung jedes Teilnehmers genauer zu messen.
Moderne Manikin-Technologie ermöglicht es, Parameter wie Kompressionsanteil, Frequenz, Tiefe und Entlastung sowie die Beatmung zu messen. So können Sie Ihren Teilnehmern präzise aufzeigen, wie ihre Leistung im Verhältnis zu den vermittelten Inhalten steht.
Die Leitlinien der American Heart Association (AHA) aus dem Jahr 2020 nennen folgende Schlüsselindikatoren, die mit einer höheren Überlebensrate verbunden sind:5
- Brustkompressionsanteil (CCF): mindestens 60 %
- Kompressionsfrequenz: 100–120 Kompressionen pro Minute
- Kompressionstiefe: 5–6 cm bei einem durchschnittlichen Erwachsenen
- Rückfederung des Brustkorbs: Vermeiden Sie es, sich zwischen den Kompressionen auf den Brustkorb zu stützen, damit er sich vollständig zurückbewegen kann
- Beatmung: ausreichend, um eine sichtbare Hebung des Brustkorbs zu erzeugen
Darüber hinaus ist es sinnvoll einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Ihre Teilnehmer andere schulen oder ihre CPR-Fähigkeiten weiter trainieren. 70 % der Amerikaner fühlen sich in einer kardialen Notfallsituation hilflos, weil sie entweder nicht wissen, wie CPR durchgeführt wird oder ihre Kenntnisse stark veraltet sind.6 Ein klares Verständnis des plötzlichen Herzstillstands, das Wissen, wie im Notfall zu handeln ist, sowie präzises Feedback und gezielte Korrekturen während praktischer Übungen können mehr Ersthelfer dazu ermutigen, im Ernstfall einzugreifen.
3. Wie gut wenden Ihre Lernenden ihr CPR-Training an?
Die dritte Ebene des Kirkpatrick-Modells konzentriert sich gezielt auf die Bewertung von Verhaltensänderungen nach dem Training. Werden Ihre Teilnehmer im Ernstfall bei einem plötzlichen Herzstillstand tatsächlich CPR leisten?
Untersuchungen zeigen, dass viele Umstehende in einer solchen Situation untätig bleiben. Nur 46 % der Betroffenen eines Herzstillstands erhalten CPR durch einen Ersthelfer.7
Eine Studie der American Heart Association hat genauer untersucht, warum die meisten Menschen nicht eingreifen.8 Zu den genannten Gründen zählen:
„Das Überwinden psychologischer Barrieren wie Angst und Verdrängung kann dazu beitragen, deutlich mehr Leben zu retten … Jede CPR ist besser als gar keine CPR.“9
Dr. Rob Rosenbaum, Notfallmediziner bei Christiana Care Health System und EMS-Direktor für New Castle County, Delaware
Für Ausbilder bedeutet das, den Fokus stärker auf den Aufbau von Selbstvertrauen bei den Teilnehmern zu legen. Anstatt nur die technischen Abläufe guter CPR zu vermitteln, gewinnen Teilnehmer durch wiederholtes Üben, präzises Leistungsfeedback und die gezielte Festigung der richtigen Technik an Sicherheit.
4. Erzielen Sie die Wirkung, die Sie erreichen möchten?
Bei der Bewertung der Gesamtergebnisse Ihres Trainings ist die Anzahl der geretteten Leben der entscheidende Maßstab. In den USA erleidet etwa alle 90 Sekunden eine Person außerhalb eines Krankenhauses einen Herzstillstand.10 In vier von fünf Fällen geschieht dies zu Hause.11 Daher beginnt die CPR meist nicht durch Rettungskräfte oder Ärzte – sondern durch Laien, Freunde oder Angehörige der betroffenen Person.
Als CPR-Ausbilder haben Sie die Möglichkeit, genau diese Menschen darauf vorzubereiten, Leben zu retten. Mit motivierenden Trainingsmethoden, einer positiven Lernatmosphäre und den richtigen Hilfsmitteln können Teilnehmer Ihre Schulung mit ebenso viel Engagement und Motivation verlassen, wie sie sie begonnen haben.
Ist mangelnde Beteiligung im Unterricht Ihre Herausforderung?
Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Teilnehmer Ihr CPR-Training weniger inspiriert verlassen, als sie es begonnen haben? Nutzen Sie diese Tipps, um die Aufmerksamkeit Ihrer Teilnehmer zu gewinnen und dauerhaft zu halten.
Wir unterstützen Sie dabei, die Effektivität Ihres CPR-Trainings zu steigern
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Referenzen
- American Red Cross. (2017). CPR training. Retrieved from http://www.redcross.org/take-a-class/cpr/cpr-training
- Learning Theories. (2016). Gamification in education. Retrieved from https://www.learning-theories.com/gamification-in-education. html
- Ibid
- Patten, B. (2015). How health care can benefit from gamification. Training Industry, Inc. https://www.trainingindustry.com/e-learning/ articles/how-health-care-can-benefit-from-gamification.aspx
- American Heart Association. (2020). 2020 American Heart Association Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care, Part 3: Adult Basic and Advanced Life Support. Circulation, 142:S366–S468. DOI: https://doi.org/10.1161/CIR.0000000000000916
- American Heart Association. (2014). CPR Statistics. Retrieved from http://www.heart.org/HEARTORG/CPRAndECC/Whatis%20 CPR/CPRFactsandStats/CPR-Statistics_UCM_307542_Article.jsp#.WZLwxlWGOUl
- American Heart Association. (2017). 2017 hands-only cpr fact sheet. Retrieved from http://cpr.heart.org/idc/groups/ahaeccpublic/@wcm/@ecc/documents/downloadable/ucm_493890.pdf
- American Heart Association News. (2017). Most americans afraid to perform cpr. Retrieved from http://news.heart.org/manyamericans-afraid-to-perform-cpr/
- Haelle, T. (2015). Bystander cpr doubles cardiac arrest survival rates. Everyday Health. Retrieved from http://www.everydayhealth. com/news/bystander-cpr-doubles-cardiac-arrest-survival-rates/
- Ibid
- American Heart Association. (2017). See reference #7.