Was ist „Translational Simulation“?
Geprägt von Dr. Victoria Brazil und aufgegriffen von Experten wie Dr. Andrew Petrosoniak, Christopher Peter Nickson und anderen bezeichnet „Translational Simulation“ den Einsatz von Simulation nicht nur zur Vermittlung besserer Versorgungspraktiken, sondern gezielt zur Verbesserung von Versorgungssystemen. Sie fungiert als Brücke zwischen der klinischen Praxis und der Systemgestaltung, indem sie Teams dabei unterstützt, Ideen zu testen, Risiken sichtbar zu machen und sicherere Arbeitsweisen nachhaltig zu verankern.
Unter Verweis darauf, dass Simulation im Gesundheitswesen bereits breit in Ausbildung und Training eingesetzt wird, betont Dr. Victoria Brazil, dass Simulation noch weitergedacht werden kann, indem sie „direkt mit den Prioritäten von Gesundheitseinrichtungen und den Patientenergebnissen verknüpft wird – durch diagnostische und interventionsbezogene Funktionen, unabhängig vom Ort der Simulationsaktivität“.2
Man kann es auch so ausdrücken: „Translational Simulation“ „übersetzt“ den Einsatz von Simulation in eine bessere Versorgungsstruktur – also in verbesserte Ergebnisse auf Systemebene:
Traditionelle Simulation
- ✓Kompetenzentwicklung
- ✓Fokus auf Einzelpersonen und Teams
- ✓Ausbildungsziele
- ✓Häufig im Simulationszentrum (Laborsettings)
- ✓Gemessen an Wissens- oder Kompetenzzuwachs
„Translational Simulation“
- ✓Kompetenzentwicklung
- ✓Fokus auf Systeme und Prozesse
- ✓Ziele in der Patientenversorgung und -sicherheit
- ✓Häufig in-situ (in der klinischen Umgebung)
- ✓Gemessen am Einfluss auf klinische Ergebnisse und die Systemleistung