Warum passive Methoden scheitern
1. Umschulung löst keine systemischen Probleme
Eine Analyse von Sicherheitsberichten durch die Agentur für Gesundheitsforschung und -qualität (AHRQ) und verwandte Studien zeigen konsequent, dass Kommunikationsstörungen und systemische Prozessfehler die Hauptursachen für die meisten unerwünschten Ereignisse sind—nicht Wissenslücken. Dennoch wird Training oft als Standardlösung eingesetzt und dabei oft „Schuld oder Haftung“ zugewiesen.2
2. Neue Protokolle werden oft nicht getestet
Protokolle sind wertvoll, aber wenn sie nie im Kontext—unter realem Druck, mit tatsächlichen Teams—geübt werden, riskieren sie zu scheitern, wenn es darauf ankommt. Richtlinien allein gewährleisten keine Verhaltensänderung.
„Es ist eine Möglichkeit, das System auf die Probe zu stellen, so wie Sie ein Auto crashtesten würden, um sicherzustellen, dass es so sicher und effektiv wie möglich ist. Dies ermöglichte es uns, die Schwachstellen zu beheben, sodass die einzigen Auswirkungen, die echte Trauma-Patienten sahen, wahrscheinlich bessere Ergebnisse waren.“3
- Dr. Andrew Petrosoniak, MSc (Med Ed), FRCPC,
Notfallarzt und Leiter des Traumateams am St. Michael’s Hospital in Toronto, Kanada
3. Memos und Anweisungen ändern kein Verhalten
Schriftliche Kommunikation kann das Bewusstsein schärfen, aber sie verankert keine neuen Arbeitsabläufe oder Gewohnheiten. Ohne Praxis und Feedback bleiben Leistungsdefizite bestehen.
„Eine großartige Organisation, einen großartigen Prozess oder ein großartiges System zu entwerfen, ist nur der Anfang. Es liegt an der Führungsebene, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter neue Verhaltensweisen annehmen und praktizieren können, ohne durch Reibungen behindert zu werden, die allzu oft die Übernahme verhindern und letztlich Änderungsbemühungen scheitern lassen.“4
- Tracy Thurkow und Adélaïde Hubert,
Bain & Company
4. Strafmaßnahmen ersticken das Lernen
Disziplinarische Antworten vermitteln die Botschaft, dass Einzelpersonen—nicht Systeme—das Problem sind. Sie schaden der Moral, erzeugen Angst und entmutigen offene Berichterstattung, während die eigentliche Ursache unangetastet bleibt.
„Gesundheitspersonal wird [oft] dafür bestraft, menschlich zu sein. Dies schürt Angst, unterdrückt die Meldung von Fehlern und gefährdet letztlich die Patienten. ... Der Fokus muss sich weg davon bewegen, herauszufinden, wer schuld ist, wenn Fehler passieren, hin zu der Frage, was schiefgelaufen ist, was wir lernen können und wie wir das System insgesamt verbessern können.“5
- Marcus Schabacker,
Präsident und CEO von ECRI