Wie Translationale Simulation nachweislich Patientenergebnisse und Effizienz verbessert
Translationale Simulation geht über Aus- und Weiterbildung sowie Fertigkeitstraining hinaus – sie verbessert direkt die klinische Leistung und stärkt Gesundheitssysteme. Die wachsende Evidenz aus unterschiedlichen Versorgungsbereichen zeigt, dass sie Teams an der Versorgungsfront dabei unterstützt, Prozesse zu identifizieren, zu testen und kontinuierlich zu verbessern, um messbare Fortschritte bei der Patientensicherheit und den organisatorischen Ergebnissen zu erzielen.
- Dr. Andrew Petrosoniak MSc (Med Ed), FRCPC,
Notfallmediziner und Leiter des Traumateams am St. Michael's Hospital in Toronto, Kanada

Translationale Simulation dient nicht nur dem Training von Fähigkeiten. Sie wird gezielt eingesetzt, um Versorgungssysteme zu analysieren, weiterzuentwickeln und zu optimieren – mit dem Ziel, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Doch was sagt die Evidenz? Eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien zeigt, dass simulationsbasierte Interventionen messbare Verbesserungen erzielen können – sowohl auf Ebene der Patientenversorgung als auch auf organisatorischer Ebene.
Eine umfassende Übersichtsarbeit von McGaghie und Kollegen zeichnete die Entwicklung der simulationsbasierten medizinischen Ausbildung (SBME) nach – von simulationsgestütztem Lernen über Verbesserungen in der klinischen Versorgung bis hin zu besseren Ergebnissen für Patienten und die öffentliche Gesundheit. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass strukturierte, kontinuierliche Forschung im Bereich der translationalen Simulation konkrete Verbesserungen in der Versorgungspraxis sowie einen positiven Return on Investment erzielen kannt.2
Die Experten für translationale Simulation, Dr. Chris Nickson und Dr. Victoria Brazil, definieren translationale Simulation als einen simulationsbasierten Ansatz zur Identifikation von Sicherheitsrisiken und zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen in realen Versorgungssystemen. Ihr Rahmenkonzept, das bereits in mehr als 1.000 Simulationsaktivitäten in Australien und Kanada eingesetzt wurde, verdeutlicht die Rolle von Simulation als diagnostisches, interventionelles und fest in Verbesserungsprozesse integriertes Instrument.3
Praxisnahe Studien zeigen eine Reihe konkreter Ergebnisse – und das in einem Umfeld, in dem Veränderungen oft über neue Vorgaben und Richtlinien angestoßen werden sollen:
Dr. Victoria Brazil
Direktorin des Bond Translational Simulation Collaborative sowie Professorin für Notfallmedizin und Leiterin des Simulationsprogramms an der Bond University.

Auch wenn ein strukturierter und fundierter Ansatz zu empfehlen ist, können Sie bereits mit einigen grundlegenden Schritten beginnen:
Klare Ziele festlegen
Richten Sie Ihre Maßnahmen auf konkrete Versorgungsziele aus – beispielsweise Überlebensraten, Behandlungszeiten oder Patientensicherheit.
Evidenzbasierte Modelle nutzen
Arbeiten Sie mit bewährten Ansätzen wie diagnostischen, interventionellen oder in den Versorgungsalltag integrierten Simulationszyklen und ziehen Sie bei Bedarf die Expertise von Laerdal hinzu.
Leistungskennzahlen festlegen
Messen Sie beispielsweise Reaktionszeiten, die Einhaltung von Behandlungsstandards oder Versorgungsergebnisse – nicht nur die Durchführung der Simulationen.
Relevante Interessengruppen frühzeitig einbeziehen
Binden Sie klinisches Personal, Qualitätsverantwortliche und Patientensicherheitsbeauftragte von Beginn an ein.
Kontinuierlich verbessern und ausweiten
Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse, um Prozesse, Richtlinien oder räumliche Konzepte weiterzuentwickeln, und überprüfen Sie die Wirksamkeit der Änderungen erneut mithilfe von Simulationen.
Translationale Simulation dient nicht nur dem Lernen – sie ist ein wirkungsvolles Instrument zur Verbesserung von Versorgungssystemen. Die Evidenz zeigt, dass sie messbare klinische Vorteile erzielt, nachhaltige Systemverbesserungen unterstützt und zu einem positiven Kulturwandel beiträgt. Sie schafft die Brücke zwischen dem Wissen, was getan werden sollte, und einem Versorgungssystem, das Teams dabei unterstützt, genau das erfolgreich umzusetzen.
Translationale Simulation bedeutet, den Experten in Ihrem Team die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ein Umfeld schaffen können, das exzellente Leistung ermöglicht. Richtlinien und Vorgaben sind zwar hilfreich, erreichen jedoch selten die nachhaltige Wirkung von Simulation als Instrument der Qualitätsverbesserung. Nutzen Sie Simulation, um Versorgungsprozesse neu zu gestalten – zum Nutzen der Patienten und der Teams, die sie betreuen.
Möchten Sie Ihre nächste Qualitätsverbesserungsinitiative neu denken? Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie, wie Sie mit Simulation den ersten Schritt machen können.