Was haben Sie darüber gelernt, wie Ansätze wie Peer-to-Peer-Evaluation und gezielte Übung in kurzen Zyklen das Selbstvertrauen der Studierenden und den Kompetenzaufbau beeinflussen?
Dr. Zweifel: „Während unseres Pilots war meiner Meinung nach die größte Herausforderung die Akzeptanz durch die Fakultät. Die Studierenden liebten das Peer-to-Peer-Feedback, weil sie dieses Feedback auf einer eher niedrigschwelligen Ebene erhalten konnten.
Die Fakultät war jedoch wirklich besorgt, weil sie bei [Bedenken über] der Frage hängen blieb: ‚Wie geben Peers Feedback? Sie kennen die Fertigkeiten doch selbst nicht.‘ Also mussten wir gewissermaßen einen Schritt zurückgehen und [darüber sprechen], dass Peers eine Anleitung haben. Man muss Peers beibringen, wie man konstruktives Feedback gibt.
Und dann sind die Lehrenden weiterhin diejenigen, die die Expertinnen und Experten sind. Es ersetzt also nicht das Feedback der Fakultät. Es kommt zusätzlich dazu. Es geht also wirklich darum, diese Peer-to-Peer-Struktur so aufzugreifen und so greifbar zu machen, dass die Fakultät sie versteht. Es geht einfach darum, anhand einer Checkliste konstruktiv Feedback zu geben.
Aber dann sollte die Fakultät weiterhin im Labor umhergehen und dieses echte, gezielte Feedback geben, etwa: ‚Das haben Sie falsch ausgeführt. So geht es besser. Das ist eine sicherere Vorgehensweise.‘ Und diese Fehler erkennen, denn die Peers werden diese Fehler nicht erkennen. Die Fakultät schon.
Es geht also darum, ein Instrument zu nutzen, das für die Fakultät ein wenig ungewohnt ist, weil wir immer noch sehen, dass Lehrende das Peer-Feedback beobachten und kritisieren wollen, ob es richtig oder falsch ist. Darum geht es wirklich nicht. Es geht einfach darum, Feedback zu geben, um sich weiterzuentwickeln. Und die Fakultät gibt ebenfalls Feedback, um unsichere Praktiken zu korrigieren.
Und dann dieser Teil der gezielten Übung: Wir haben viele Studierende gesehen, die eine Sitzung lang geübt haben und dann in der folgenden Woche oder im nächsten Monat nicht mehr zu dieser Fertigkeit zurückgekehrt sind.“
„Man kann seine Fertigkeit nicht einfach einmal machen und dann abhaken. Man muss diese Wiederholung aufbauen, das Selbstvertrauen stärken. Und wenn man erfahrener ist, dann beginnt man, diese Fertigkeiten auch zu behalten.“
„Auch das war also herausfordernd, weil die Studierenden dachten, dass es nicht wichtig sei, noch einmal darauf zurückzukommen, wenn sie es einmal gut ausgeführt hatten. Genau darauf haben wir uns deshalb wirklich konzentriert: auf das gezielte, wiederholte Üben.“
Wichtigste Erkenntnis
Peer-Feedback stärkt Selbstvertrauen und Engagement, wenn es durch klare Erwartungen angeleitet wird, während die Aufsicht durch Lehrende und wiederholte, gezielte Übung für Sicherheit und den Erhalt von Fertigkeiten unerlässlich bleiben.