Skalierbare, realitätsnahe, mobile und systemorientierte Simulation mit SimCapture
Anwenderbericht

Das Simulation Center des Great Ormond Street Hospital zählt zu den führenden Simulationszentren im Vereinigten Königreich und unterstützt die Weiterbildung von Fachkräften sowie Initiativen zur Verbesserung der Patientensicherheit im gesamten NHS.
Zu einer Zeit, in der der NHS weiterhin mit Personalmangel, zunehmender klinischer Komplexität und einer wachsenden Nachfrage nach spezialisierten pädiatrischen Leistungen konfrontiert ist, gewinnt Simulation zunehmend an Bedeutung. Das Simulationsprogramm des Great Ormond Street Hospital (GOSH) unterstützt medizinische Fachkräfte dabei, sich in einer psychologisch sicheren Lernumgebung auf seltene, risikoreiche und zeitkritische Szenarien vorzubereiten, bevor sie diesen in der realen Patientenversorgung begegnen.
Trotz begrenzter räumlicher Kapazitäten betreut das Team ein umfangreiches Simulationsprogramm, darunter In-situ-Simulationen auf Stationen, interdisziplinäre Szenarien, ECMO-Transporttrainings, OSCEs (Objective Structured Clinical Examinations) sowie Schulungen für Medizinstudierende, Pflegekräfte und externe Teilnehmende.
Als akkreditiertes Simulationszentrum setzt sich GOSH für realitätsnahes Training, systemisches Lernen, Human Factors und interdisziplinäre Zusammenarbeit ein. Die Arbeit des Zentrums unterstützt zentrale Ziele des NHS, darunter die Verbesserung der Patientensicherheit, die Stärkung des Vertrauens von Mitarbeitenden, die Verringerung von Unterschieden in der Versorgung sowie bessere Behandlungsergebnisse für Kinder mit komplexen Erkrankungen.
Die Herausforderung
Im gesamten NHS wächst das Bewusstsein dafür, dass medizinische Fachkräfte Trainingsumgebungen benötigen, die den Druck und die Unvorhersehbarkeit des klinischen Alltags realitätsnah widerspiegeln. Dies ist insbesondere in der Pädiatrie und bei spezialisierten Transportdiensten von Bedeutung, wo Kommunikation, Teamarbeit und schnelle Entscheidungen direkten Einfluss auf die Behandlungsergebnisse haben können.
Bevor das Simulationsteam die SimCapture Mobile Camera einsetzte,
waren Simulationen in Rettungswagen nur schwer realitätsnah durchzuführen. Häufig mussten die Türen des Fahrzeugs geöffnet bleiben, damit Beobachtende das Geschehen verfolgen konnten. Dadurch wirkten die Szenarien künstlich und wenig authentisch. Da es keine praktikable Möglichkeit gab, Vorgänge im beengten Innenraum aufzuzeichnen oder live zu übertragen, waren Lehrende oft auf einfache, gesprächsbasierte Rollenspiele angewiesen. Dies beeinträchtigte die Immersion, verhinderte ein realistisches Verhalten der Teilnehmenden und machte es unmöglich, den Lärm, den Zeitdruck und die Bewegung echter präklinischer Einsatzsituationen nachzubilden.
"Die Realitätsnähe der Simulation leidet einfach darunter, wenn Menschen draußen stehen und zuschauen."
Daniel Carter,
Senior Simulation Technician am Great Ormond Street Hospital for Children NHS Foundation Trust (London, UK)

Gemeinsame Simulationen mit den ECMO-, Kardiologie- und CATS-Teams (Children's Acute Transport Service) erfordern eine enge Abstimmung, Entscheidungen in Echtzeit und ein möglichst realistisches Umfeld.
Vor der Einführung der SimCapture Mobile Camera wurden diese interdisziplinären Szenarien durch Platzmangel, eingeschränkte Sichtverhältnisse und die fehlende Möglichkeit, mehrere Perspektiven gleichzeitig zu erfassen, begrenzt. Das Simulationszentrum von GOSH konnte weder die räumlichen Einschränkungen eines Rettungswagens noch die Kommunikationsanforderungen beim Patiententransport oder das komplexe Zusammenspiel mehrerer Teams während des Transports realistisch nachbilden. Dabei sind genau diese Faktoren entscheidend für die Vorbereitung auf ECMO-Transporte.
Das Simulationszentrum von GOSH verfügt lediglich über zwei speziell ausgestattete Simulationsräume. Dadurch wird es zunehmend schwieriger, die steigende Nachfrage zu bewältigen und gleichzeitig OSCEs, externe Schulungen sowie interdisziplinäre Simulationen durchzuführen.

Mit der zunehmenden Nutzung des Angebots, insbesondere durch die mehr als 70 Praxisanleitenden innerhalb des Trusts, wurden die Kapazitätsgrenzen immer deutlicher. Dies führte zu einem höheren Planungsaufwand, geringerer Flexibilität für spontane Schulungen oder Trainings auf Station und erschwerte die flächendeckende Ausweitung von Simulationsangeboten im gesamten Krankenhaus.
Diese Herausforderungen sind nicht auf GOSH beschränkt. Im gesamten britischen Gesundheitswesen stehen Simulationsteams zunehmend vor der Aufgabe, mit begrenztem Raumangebot, knappen personellen Ressourcen und einem wachsenden Schulungsbedarf mehr zu erreichen. Die Bereitstellung skalierbarer, realitätsnaher Trainingsangebote, die sowohl die Einsatzbereitschaft von Fachkräften als auch die Patientensicherheit fördern, bleibt für NHS-Organisationen im ganzen Land eine zentrale Herausforderung.
Simulationen, die ausschließlich im Simulationszentrum stattfinden, erfassen wichtige Einflussfaktoren des klinischen Alltags nicht, etwa die räumliche Anordnung von Stationen, die Lagerung von Geräten, Türbreiten oder die Wege zu Notfallausrüstung. Solche Faktoren werden häufig erst sichtbar, wenn Teams in den tatsächlichen Versorgungsumgebungen trainieren.
Die Lösung
Das Simulationsteam von GOSH begann mit dem Einsatz der SimCapture Mobile Camera, einer mobilen App, die Smartphones und Tablets in sichere Videorekorder verwandelt. Damit lassen sich Simulationsszenarien überall aufzeichnen und zur Nachbesprechung sowie Auswertung in SimCapture hochladen.
Die Lösung ermöglicht eine flexible und mobile Videoaufzeichnung für Simulationstrainings. Teams können In-situ- und Transportszenarien ohne fest installierte AV-Technik aufzeichnen und auswerten.

Die SimCapture Mobile Camera ermöglichte GOSH, realitätsnahe, interdisziplinäre In-situ-Simulationen an nahezu jedem Ort durchzuführen, sogar in fahrenden Rettungswagen.
SimCapture ist wie ein Schweizer Taschenmesser: flexibel einsetzbar und an unterschiedlichste Anforderungen anpassbar.
Mithilfe von Smartphones auf Stativen konnte GOSH selbst in äußerst beengten Räumen drei synchronisierte Kameraperspektiven gleichzeitig aufzeichnen.
„Wir haben drei separate Kameras eingerichtet – zwei mit Weitwinkelansicht und eine über dem Patienten, die den Monitor erfasst.“
Die Aufnahmen werden live in nahegelegene Debriefing-Räume übertragen und ermöglichen so eine realitätsnahe Simulation, ohne dass Beobachtende das Szenario stören oder beeinflussen.
Die SimCapture Mobile Camera unterstützt heute unterschiedlichste Szenarien, darunter ECMO-Transporte, Evakuierungen bei einer Reifenpanne des Rettungswagens, Feuer- und Rauchevakuierungen sowie den Transport und Einsatz realer Ausrüstung unter Stressbedingungen.

„Wir konnten das Team mit den Kameras begleiten, während es den Patienten an den Straßenrand evakuierte. Das wäre zuvor nicht möglich gewesen."
Mobile, realitätsnahe In-situ-Szenarien decken regelmäßig Schwachstellen in Systemen und Abläufen auf, etwa wenn ein Notfallwagen nicht durch eine Tür passt, die Bereitstellung von Blutprodukten zu lange dauert oder räumliche Gegebenheiten bei Evakuierungen aus Rettungswagen Probleme verursachen.
"Simulation ermöglicht es uns, die Abläufe und die Logistik eines Krankenhauses gezielt auf die Probe zu stellen."
Die Erkenntnisse fließen direkt in die Arbeit des GOSH-Teams für latente Sicherheitsrisiken ein.
Die SimCapture Mobile Camera ist so intuitiv, dass Praxisanleitende Simulationen selbstständig auf ihren Stationen durchführen können, ohne auf das zentrale Simulationsteam oder fest installierte AV-Technik angewiesen zu sein. Die einfache Einarbeitung senkt die Einstiegshürde und ermöglicht Simulationstrainings direkt im klinischen Umfeld.
"Ich kann jemanden innerhalb einer halben Stunde einarbeiten. Danach kann die Person Simulationen eigenständig auf ihrer Station durchführen und professionell übertragen."
Dank der Offline-Aufzeichnung können Simulationen auch bei Ausfällen des NHS-Netzwerks ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Die Aufzeichnungen lassen sich später hochladen, sobald wieder eine Verbindung verfügbar ist. Dadurch bleibt der Trainingsbetrieb aufrechterhalten, kurzfristige Absagen werden vermieden und wichtige Lernaktivitäten sind nicht von der Netzwerkverfügbarkeit abhängig.
SimCapture Cloud wird auf Amazon Web Services (AWS) betrieben. Die Plattform erhält alle zwei Wochen automatische Updates mit Fehlerbehebungen und Verbesserungen, ohne dass es zu Unterbrechungen des Betriebs kommt. Eine Verfügbarkeit von mindestens 99,99 % sowie eine zuverlässige Datenintegrität sind gewährleistet. Darüber hinaus ermöglicht die Cloud-Anbindung, potenzielle Probleme häufig zu erkennen und zu beheben, bevor sie überhaupt gemeldet werden.
"Alles läuft im Browser. Keine Installationen, keine Ausfallzeiten. Diese Einfachheit ist großartig."
Die Ergebnisse
Simulationen in Rettungswagen, auf Stationen sowie in anderen klinischen und praktischen Einsatzbereichen wirken deutlich realistischer und authentischer, da sie die tatsächlichen Arbeitsumgebungen der Teams widerspiegeln. Das Training in der realen Versorgungsumgebung fördert die aktive Teilnahme am Szenario, stärkt das Situationsbewusstsein und verringert die Kluft zwischen Simulation und klinischer Praxis.

Für die Teilnehmenden fühlte es sich unglaublich real an. Mit den früheren, gesprächsbasierten Rollenspielen war das überhaupt nicht vergleichbar.
Ausleihbare mobile Sets und eine unkomplizierte Einarbeitung ermöglichten es, Simulationstrainings näher an den klinischen Teams durchzuführen und fest in den Arbeitsalltag zu integrieren. Lehrende konnten Schulungen eigenständig vor Ort planen und umsetzen, ohne auf die begrenzten Kapazitäten oder die Unterstützung des Simulationszentrums angewiesen zu sein.
Durch die Dezentralisierung der Simulationstrainings und die Stärkung der Praxisanleitenden auf den Stationen konnte der Trust die Anzahl der durchgeführten Simulationen steigern und den Zugang für weitere Teams erweitern, ohne das zentrale Simulationszentrum zusätzlich zu belasten.
In-situ-Simulationen halfen GOSH dabei, latente Sicherheitsrisiken zu erkennen, die im klinischen Alltag oft unentdeckt bleiben. Das Training in der tatsächlichen Versorgungsumgebung machte Probleme sichtbar, etwa Verzögerungen bei der Bereitstellung von Blutprodukten, Engpässe in Evakuierungsabläufen oder Einschränkungen durch bauliche Gegebenheiten.
"Diese scheinbar kleinen Details weisen auf echte latente Sicherheitsrisiken hin. Es ist entscheidend, sie zu erkennen, bevor sie Patientinnen und Patienten schaden."
Bei einer Simulation stellte sich beispielsweise heraus, dass ein Notfallwagen nicht durch die Tür einer Station passte. Das zeigt, wie Simulationen in realen Versorgungsumgebungen Risiken aufdecken können, bevor sie sich auf die Patientenversorgung auswirken.
"Durch die Durchführung realitätsnaher Simulationen auf den Stationen haben wir festgestellt, dass der Notfallwagen nicht durch die Tür passte."
Diese Erkenntnisse haben dazu beigetragen, Simulation nicht nur als Instrument für Aus- und Weiterbildung, sondern auch für die kontinuierliche Qualitätsverbesserung und Patientensicherheit zu etablieren.
Die SimCapture Mobile Camera ermöglichte teamübergreifende ECMO-Transportszenarien, die zuvor nicht realisierbar waren.
"Die gesamte ECMO-CATS-Simulation wäre ohne die mobilen Kameras nicht möglich gewesen."
GOSH empfiehlt:
„Je mehr wir simulieren können, desto sicherer wird das Krankenhaus.“
Die SimCapture Mobile Camera ermöglichte es GOSH, sich von raumgebundenen, gesprächsbasierten Rollenspielen zu lösen und einen mobilen, skalierbaren und systemorientierten Simulationsansatz umzusetzen. Durch Simulationen auf Stationen, in Rettungswagen und in Transportumgebungen konnten Teams in Szenarien trainieren, die die tatsächlichen klinischen Bedingungen realitätsnah abbilden.
Dieser Wandel half dabei, zuvor verborgene Sicherheitsrisiken aufzudecken, komplexe Transport- und In-situ-Szenarien umzusetzen und die Abhängigkeit von den begrenzten Kapazitäten des Simulationszentrums zu reduzieren. Gleichzeitig ermöglichte die einfache Handhabung der Lösung Praxisanleitenden im gesamten Krankenhaus, Simulationstrainings eigenständig vor Ort durchzuführen und Lernen stärker in den klinischen Alltag zu integrieren.